top of page

Die Kraft des Los-Gehens – auch wenn wir noch nicht alles wissen.

Foto: 𝘶𝘯𝘴𝘱𝘭𝘢𝘴𝘩.𝘤𝘰𝘮; @𝘩𝘢𝘥𝘪𝘫𝘢𝘴𝘢𝘪𝘥𝘪
Foto: 𝘶𝘯𝘴𝘱𝘭𝘢𝘴𝘩.𝘤𝘰𝘮; @𝘩𝘢𝘥𝘪𝘫𝘢𝘴𝘢𝘪𝘥𝘪

Seit vielen Jahren stecke ich irgendwie fest. Die vergangenen Monate waren geprägt von tiefem Eintauchen und dem Erkennen der Gründe, warum mein Leben so ist, wie es ist. Mein Leben ist nicht schlecht – aber es ist zu oft sehr anstrengend.


Ich habe lange auf diesen einen Moment gewartet, in dem es plötzlich «Bäm!» macht. Auf den Moment, in dem ich klar denke, klar sehe, klar fühle und endlich klar handle. Auf diesen einen Augenblick, in dem sich mein Leben wie von selbst verändert.


Doch Veränderung kommt nicht über Nacht. Sie kommt nicht mit diesem einen grossen Knall. Sie kommt leise, fast unbemerkt, auf sanften Pfoten, mit kleinen, kaum wahrnehmbaren Schrittchen. Und oft dürfen wir erst lernen, diese vielen kleinen Momente überhaupt wahrzunehmen.


Denn genau diese kleinen Momente, aneinandergereiht, ergeben irgendwann etwas, das wirklich spürbar ist. Und dann sitzt du eines Tages da, schaust zurück und denkst: «Holy Fu*ing Canoly! Es ist so viel geschehen!»


Und doch blieb da eine Angst in mir. Vielleicht sogar die einzige und stabilste Konstante in meinem Leben: die Angst vor meinem Wunsch, endlich mein eigenes Unternehmen aufzubauen.


Ich weiss viel – über mich, über das Leben, über die Art, wie wir mit dem Leben umgehen. Ich weiss eigentlich, was ich kann und was nicht. Ich habe in meinem Leben viele Erfolge gefeiert – und ebenso gelernt, mit Misserfolgen und unschönen Situationen umzugehen.


Und trotz allem schien ich meiner Vision keinen Schritt näherzukommen. Da war diese leise, beharrliche Stimme in mir, die flüsterte: «Du kannst das nicht.» Ich wusste, dass das nicht wahr ist – und dennoch fand ich keinen Weg, dieser Stimme ihre Macht zu entziehen.


Solange sie da war, hatte sie Einfluss auf meine Gedanken und Gefühle. Und so brach ich jeden Versuch, mein eigenes Business aufzubauen, früher oder später wieder ab – nicht, weil ich schlechte Erfahrungen gemacht hätte, sondern weil ich mich vor lauter Zweifel selbst immer wieder zurückzog.


Bis ich eines Tages von meinen Mentoren Michèle und Oscar Todeschini einen Satz hörte, der etwas in mir in Bewegung brachte: «Geh hinaus und erfahre dich damit.»


Ich verstand, was sie meinten. Dass sich der Weg nicht im Denken zeigt, sondern im Gehen. Und doch fühlte sich jeder Schritt schwer an, mühsam, zäh. Ich probierte Dinge aus, nur um sie bald wieder liegen zu lassen, weil ich begann, mich selbst und meine Versuche ständig als mangelhaft zu bewerten.


Immer wieder tauchten diese Fragen auf: Wofür stehe ich eigentlich? Wen soll ich ansprechen?


Fragen, die mich zurückzogen, weil sie mir vorgaukelten, ich sei noch nicht fertig. Oder weil ich Marketing-Experten folgte, die meinten zu wissen, wie man es «richtig» macht.


Vor zwei Tagen schaute ich eine Aufzeichnung meiner Mentorin. Sie zitierte eine Bibelstelle aus dem Evangelium nach Lukas – und etwas daran berührte mich tief.


Ich trage einen massiven Widerstand gegen Religion in mir und auch gegen das, was die Institution Kirche aus der Bibel gemacht hat. Umso überraschender war es für mich, wie sehr mich ihre Worte berührten, als ich begann, sie jenseits von Dogma und Moral zu hören.


Diese Stelle erzählt von Engeln, die sich den Hirten zeigen. Nicht dem König, nicht dem Kaiser, nicht den religiösen Würdenträgern – sondern den Hirten. Dem einfachen Volk.


Die Engel sagen: «Fürchtet euch nicht.» Sie sagen nicht, «Habt einen Plan». Nicht: «Seid vorbereitet». Sondern: «Geht – trotz der Angst».


Sie sprechen von einem Heiland, der allen Menschen grosse Freude bringen soll. Von etwas, das wesentlich ist. Für alle. Und dann nennen sie das Zeichen – nicht als klaren Beweis, sondern als Hinweis: «Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegend.» Dies drückt keinen Glanz aus. Keine Macht. Keinen Triumph. Eine Krippe ist kein Ort der Gewissheit, sondern des Provisorischen. Ein Kind ist kein Beweis für diese grosse Verheissung, sondern ein Anfang. Und Windeln sind kein Versprechen – sie stehen für Verletzlichkeit.


Diese Stelle spricht vom Losgehen, auch wenn der Weg unklar ist, auch wenn ein Beweis fehlt und nichts daran glanzvoll klingt. Der Weg zeigt sich nicht vorher – und der Glanz, wenn es ihn gibt, entsteht erst durch den Mut, überhaupt aufzubrechen.


Und später heisst es: «Da sagten die Hirten zueinander: Kommt, wir gehen nach Betlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns kundgetan wurde.» Also gingen sie los, ohne zu wissen, was sie erwarten würde.


Und genau darum geht es für mich. Um den Mut, aufzubrechen, auch wenn ich den Weg noch nicht erkennen kann. Auch wenn da nur eine Ahnung ist, ein Wunsch, ein innerer Ruf – nicht mehr als ein Leitstern. Wenn es weder eine Landkarte gibt noch eine Wegbeschreibung. Wenn ich keinen einzigen Beweis dafür habe, dass das, was ich mir wünsche, wirklich existiert.


Und so habe ich entschieden: No matter what – ich gehe.

💝 Nicht, um zu überzeugen.

💝 Nicht, um zu heilen.

💝 Nicht, um zu retten.


Sondern um endlich das Leben zu leben, für das ich hier bin. Mich zu erfahren – in einer Welt, die nicht nur aus rosarotem Glitzer besteht, sondern auch aus Brüchen, Zweifeln und Unfertigkeit.


Ich lasse mich nicht länger zurückhalten von meinen eigenen Ängsten, von Vorstellungen darüber, wie ich sein sollte oder nicht sein darf. Und ich lasse mich auch nicht länger zurückhalten von Menschen oder Institutionen, die mir beigebracht haben, leiser, kleiner oder angepasster zu sein.


Ich habe genug. Ich lege die Furcht ab – und ich gehe.

👏 Ohne Beweise.

👏 Mit offenen Fragen.

👏 Mit einem offenen Ausgang.


Ich gehe – ohne zu wissen, was mich erwartet.


Wenn du willst, komm mit. Auf deine eigene Reise. In dein ganz eigenes Abenteuer.

Autorinnenschaft: Rebekka Bachmann – im schöpferischen Dialog mit KI

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page